Camino de Kreuzberg

Vor einem Jahr zum Richtfest versprach unser Bauherr Andreas, dass, wenn uns gelingt die Margetshöchheimer Schenke zu bauen, werden wir auf Pilgerreise zum Kreuzberg gehen.

Von uns gesprochene Wort ist teurer als Geld – an einem Juliwochenende war die Zeit reifgeworden um unserem Versprechen nachkommen zu lassen.

Es haben sich mehrere freiwillige Pilger gemeldet: mit dem Fahrrad, motorisiert oder so wie wir: armes Fußvolk (danke Dirk) – Löcher in der Hose, ein Rucksack mit dem ganzen Vermögen drin: ein Zelt, ein Schlafsack, eine Isomatte und das entsprechende Reisegebäck.

Am Freitag früh, nachdem der Michi schon seine Fliesen verfugt hat, haben wir uns als Avantgarde auf den Weg gemacht; mit dem Plan, dass wir lieber nichts planen, aber mit aller Ruhe bis zum Einbruch der Dunkelheit am Sonntag, das Ziel erreichen zu wollen. Auf uns wartete die 90km lange Route. Die anderen Wanderer sollten uns den nächsten Tag folgen. Margetshöchheim weinte, als wir loslegen wollten. Es regnete, nieselte – der Himmel streichelte uns wählerisch.

Die nächste Truppe hatte aber einen Hollywood-Abschied:

Blick von der Schenke Richtung Mainsteg um ca. 4:00 (Bild: Andreas)

Auch die Maingänse waren eher überrascht, dass die uns um diese Zeit nicht auf der Arbeit, sondern beim dekadenten Wandern sehen.

Die ersten Kilometer Mainentlang waren blitzschnell. In Zellingen ein Sprung auf die andere Mainseite in Retzbach und dann ein wenig bergauf nach Stetten. Alles läuft fast langweilig idyllisch: Wein und Wälder, Biergerste und Weizen, von Frucht geschwollene Kirschenbäume an den Feldwegen, die wir von ihrer Last befreien wollten😊

Ok, es ist gerade nicht diese Strecke – es ist schon mehr Richtung Norden, aber das Getreide passt zum Text… (Bild: Andreas)

Schon in Stetten wollte der Magen nach was Gescheiten fragen – offen hatte jedoch nur der Bäcker. Wie jeder gescheite Bäcker in der Gegend hatte aber auch kalten Pilsner aus Thüngen. In jedem nächsten Dorf fragten wir doch nach einer Wirtschaft: „Hier war mal eine…“ – war immer die Antwort. In den Augen den Befragten sahen wir Erinnerungen aus allen diesen Jahren, als sich das Leben der Gemeinschaft in dem Wirtshaus konzertierte: das tägliche Bier, der Sauerbraten, Taufen und Beerdigungen, Streit und Frieden, Schafkopf und Räuberschach: das verlorene Paradies…

…Eine war dann noch in Hundsbach – „Zur Krone“ – ein zauberhafter, romantischer Biergarten im fränkischen Ambiente. Die nette Wirtin konnte zwar von uns seit Stunden gewünschten saftigen, zarten Sauerbraten (ohne Zimt), mit zwei seidenen Klös und dunkler, vielleicht leicht pikant die Zunge anbeißender Biersoße dezent mit Petersilie geschmückt nicht anbieten – der Mohnkuchen war auch wirklich gar nicht so schlecht. Mein Magen verträgt jedoch sehr schlecht Süßigkeiten. Wie aber der uns bekannter Globetrotter Bajda behauptet: Reisen besteht zur Hälfte aus der Suche nach dem Essen und die andere Hälfte ist die Suche nach einer Toilette 😊

Energetisch ausgerüstet wollten wir mithilfe einer Kürzung Pfaffenhausen bei Hammelburg erreichen. Als wir dann vor Hammelburg unsere Tour auf den Weg Nr. 13 steuerten, musste ich laut mitteilen, dass ich abergläubig bin: in einem Wäldchen haben wir dann unseren Pfad verloren und dann in dieser Wildnis hat den Michi ein Insekt ins Gesicht gestochen (Biene? Wespe?)

Innerhalb von wenigen Minuten ist Michis Gesicht doppelt so groß geworden. So schnell wie möglich erreichten wir Pfaffenhausen.

Mit allen dazu gehörten Feierlichkeiten wie Blaulicht und Sirene wurde unser Michi nach Kissingen geliefert, wo er dann noch drei Spritzen zu sich nehmen musste. Laut Arzt sollte er sich erstmal im Krankenhaus ausruhen lassen aber Michi ist zäh – nachdem er wieder seine Augen öffnen konnte, hat sich gewünscht Heim gefahren zu werden. Sodas noch vor Mitternacht dürfte er seinen Mund mit mitgebrachtem Marokkaner Hellen abkühlen.

Was für ein Ungeheuer es war, das unseren Michi angegriffen hat, weiß Keiner – laut Doktor etwas Exotisches … oder war es die verlorene biologische Wunderwaffe der Bundeswehr (Infanterie Hammelburg?), die die Kaserne vor den Fremden schützen wollte. Als Ziel war vielleicht Autor dieser Worte – als ehemaliges Mitglied des Warschauer Paktes. Die Insekten wurden halt seit über 30 Jahren nicht upgedatet und konnten nicht wissen, dass im Moment wir auf derselben hellen Seite der Macht sind…

Hier, mit Genehmigung des Sportplatz – Pfaffenhausen- Beauftragten (unser Michi) dürften wir übernachten. Nach dieser Nacht ist in meinen Augen die fränkische Saale zum zweitwichtigsten Fluss Frankens geworden – fließt wie der Fluss Nurzec in meinem Kindheitheimatland Podlasie. Geht’s noch idyllischer? (Bild: Tadek)

Am nächsten Morgen kam der Michi wie nagelneu; als ob nichts passierte: mit Energie zeigte er wieder seine Geheimtipps bei Hammelburg – schon da genossen wir einige Umwege: die ältesten fränkischen Weinberge, mysteriöse Figuren die mit ihren Blick das Saaletal im Griff haben. Dann war es eigentlich klar, dass wir uns schon nach der Route nicht mehr halten. Es gab aber keine Stimmen dagegen – die Natur hat uns mit unserer Erlaubnis betäubt. Erst in Frankenbrunn konnten wir feststellen, dass wir vielleicht zu weit weg von dem vorgesehenen Trakt entfernt sind. Zur Hilfe haben wir dann den Google Routenplaner gerufen – die kürzeste Strecke mit ca. 40 km zeigte er durch den Neuwirtshauser Forst. Unsere Chancen Kreuzberg noch am Samstag zu erreichen wurden dann rapid geringer aber der Weg hat uns angenommen.

Fränkische Saale mit der Brücke nach Hammelburg. Der Weg in die Hitze (Bild: Michi)

Wie man auf der Karte sieht (vide: vorletzter Artikel), sollte das Google das Wegenetz ausbessern – die Pfade nutzen eher Wildschweine als Wanderer. Als wir endlich den Hauptwaldweg erreicht haben und wollten die Autobahn durchforcieren, stellte sich raus, dass die Autobahnbrücke gerade saniert wird – der Durchgang wurde mit zwei Meter hohen Gitter mit deutscher Genauigkeit um gezäumt und allen möglichen knallroten Buchstaben verboten.

Alternativen:

  1. Zurück
  2. Autobahn trotz dem dichten Verkehr zu überqueren – mit schweren Rucksäcken konnten wir aber nicht schnell genug laufen.
  3. Gesetz brechen und das Baustellengelände betreten.

Ich darf selbstverständlich nicht verraten, was wir taten aber der Herr Gott liebt die Zahl „Drei“.

Hinter der Autobahn zog sich der Wald weiterhin. Durstig, hungrig, hoffnungslos beinahe mussten wir bei der Autobahnraststätte Rhön Ost an der A7 einkehren, wo wir Flüssigkeiten und Kalorien ergänzt haben.

Große Bäume sorgen für große Entspannung (Bild: Miko)

Die eigentliche Rettung, laut Google, war noch ein paar Kilometer weiter: der Grieche in Geroda. Gyros ist kein Sauerbraten – das weiß man. Wir klopften aber tatsächlich drei Minuten von der theoretischen Eröffnung – der Wirt Stefanos begrüßte uns und mitteilte, dass am Wochenende das Lokal geschlossen ist, weil sein Personal, wie jeder zivilisierte Mensch nur unter der Woche arbeiten will. Jetzt also gibs nur Essen auf Bestellung, was er selbst vorbereiten kann. Wir haben unser warmes Griechisches halt auf die Gasthaustreppe bestellt😊

Wegen Personalmangel – ein Mittagessen vor dem Wirtshaus. Franken: Schont Eure Wirte! Es gibt immer weniger von dem Volk. (Bild: Stefanos)

Der Weg hat uns zum Würzburger Haus bergauf gerufen – wir waren in der Rhön. In der Hütte gabs keine Übernachtungsmöglichkeiten und keine Duschmöglichkeiten mehr. Mit Genehmigung haben wir unsere Zelte auf dem Parkplatz vor der Hütte aufgeschlagen, wo wir dann unsere Körper den Insekten der schwarzen Berge zur Verfügung gestellt haben. Es gab auch schon das berühmte Klosterbier…😊

Für die Rhön mit ihrer Figuren kommt bestimmt eines Tages ein Sonderartikel. Die Zeit ist noch nicht reif genug.

An einem perfekten Sonntag hatten wir die Ehre im Kloster Kreuzberg einkehren zu dürfen. Was wir in drei Tagen erreicht haben, hat unser Andreas vom Sportlerteam in einem Tag geschafft.

Glückliche Wanderer Gerald und Andreas (von links) am Ziel (Bild:?)

Wir waren zu Fuß auf dem Kreuzberg

Den Bericht annonciere ich mit einer Karte. Schaut Ihr euch diese Skizze an: eine Erklärung – was z.B. ein Totenkopf oder drei Spritzen bedeuten – bekommt Ihr demnächst …😊

Main Art

Zwar sind wir bei der Margetshöchheimer MainArt nicht dabei aber wir schlagen Euch zwei Führungen durch die Baustelle vor: am Samstag den 25. und Sonntag den 26. Juno; beide um 12:00 Uhr.

Extra für Euch wird die Baustelle aufgeräumt und manche Details enthüllt – wie auf dem Bild: Michi präsentiert unsere Wanddeko im Herrenrastraum. 😊

Wir sind noch internationaler

Nachdem unser Simon sich entschieden hat, weiter Jura zu studieren (wir brauchen ja Juristen😉), haben wir nach Verstärkung gesucht. Die Lösung kam unerwartet aus dem Osten: vor einigen Wochen kam der Jarik nach Deutschland. Da er drei Kinder produziert hat (sonst müsste er kämpfen), hatte er auch das Recht aus der Ukraine zu flüchten. Ich hoffe, seine Familie findet in Franken ihr neues Daheim.

Jarik ist eine handwerkliche Bereicherung – gut für uns, schlecht für die arme Ukraine, die solche Menschen viel mehr brauchen wird.

Wegen der Dynamik der Arbeit wurden ihm die wichtigsten Fluchwörter beigebracht und die Leberkäsbrötchenprobe (jedoch mit viel Senf) hat er auch bestanden.

Auf dem Bild von links: Tadek (DE/PL), Jarik (UKR), Jannik (DE) – kein Scherz: nur unser Michi trägt einen gescheiten deutschen Vornamen 😊

Maurer sind Dichter

Jeder Stein flüstert seine Geschichte: der bescheidene Runde – ein prosaisches Lebensereignis, die Riesen singen von den Heldentaten und die Winzigen unförmigen erzählen pikante Anekdoten – so wird ein Epos ins Leben gerufen.

Sie wird die Sonnenwärme auf unsere Weinstöcke und Hopfen strahlen und uns vor dem kalten Nordwind schützen – unsere „Klagemauer“ 😉

Der Schöpfer ist Frank (zweiter von rechts) – er darf seine Hände zeigen und nach vorne treten. Der Rest (von links) Michi, Dirk, Tadek und Thomas sehen nur so aus, als ob die gleich erschossen werden – sie halten die Mauer mit ihren Händen und Rücken; damit sie nicht umkippt 😉

Bild: eine nette Dame auf dem Fahrrad

Noch eine gute Nachricht: der Speierling von unserem Nachbar Michel Göpfert hat dreimal Gold bei Bayern Brand 2022 geholt. Absolut verdient – wir gratulieren auch auf dem Wege!

Ich möchte nur erwähnen, dass wir letztes Jahr diesen Schnaps durch die Berge schleppten, um uns in den kalten Nächten des Kaukasus zu erwärmen. Wir posten jetzt ein Bild, das schon im August 2021 bei uns gepostet wurde: Michels Speierling an der Quelle von Alasani, Tuscheti:

Heute nicht bescheiden

Nach 6 Wochen Fastenzeit vom Bier und alkoholischen Getränken und dann nach 2 Wochen Covid, wo Bier nicht schmeckte, möchten wir mal gelobt werden.

Tadeusz Sienkiewicz von Oleksin, Lord of Lochaber, Compostellano de Santiago A.D. 2011, selbsternannter König aller tuschetischen Flüße, zukünftiger Wirt in Marokko, hat das Recht sich als gelernter Gastronomiemanager (auf Deutsch) vorzustellen😊

Zwischen den lustigen stellen wir uns aber auch ernsten Herausforderungen…

Schöne Ostern!

Das Schreiben vom 1.4.22. an die Brennerei Z. aus F. war freilich ein Aprilscherz – leider ohne Antwort. Ich gebe zu, man muss sich etwas Mühe geben, um alles zu entziffern, aber es lohnt sich! 

Es hat sich schon uns bekannte Brennerei Pabst aus Veitshöchheim gemeldet. Nächste Woche, falls Covid erlaubt, könnten wir über ein Rettungspaket für unsere Mannschaft reden…😊

Bei der lachenden Sonne entstehen unsere Außenanlagen. Der Frank (links) ist ein Frank – hat aber einen polnischen Nachnamen und der Damian (rechts) ist Pole… Am Anfang, wie immer in solchen Fällen, gabs diese gewisse Unsicherheit: können die Jungs akurat und gescheit mauern…? 😊

Selbst der Paul war zufrieden, also ich werde unsere Maurer auch nur loben😊

Auch innen landeten wir langsam an Feinheiten: der Basti fliest schön im Erdgeschoß – in den oberen Etagen ist aber der Autor dieser Worte mit Bastelarbeiten tätig. Er hat sich immer einen andalusischen Waschraum gewünscht…

Und der Michi ist nach seinen allen Knieoperationen wieder da – sein Lächeln hat uns auf der Baustelle oft gefehlt. Eins müssen wir aber klarstellen: Michi darf nicht mehr Fußball spielen!

Wir sind beleidigt. Alle.

Den 1. April 2022 schrieben wir an die Brennerei aus F., deren initialer Buchstabe jetzt nicht geschrieben werden darf, eine hööööfliche Bitte um kostenlose Stoffproben:

Acht lange Tage haben wir auf eine feurige, saftige und flotte Antwort gewartet. Der Timo wollte nur schnell schlafen, in der Hoffnung mit dem Morgengrauen eine Begrüßungspost vor der Türe der Baustelle treffen zu dürfen…

Was kam da? Nix – nicht Mal Leergut!

Wer wurde hier ignoriert?

(…) * Text teilweise gelöscht. Erklärungen folgen.

Wir wurden hier alle missachtet! Schade nur um den armen Timo. Bei der nächsten Heimatreise besorge ich ihm aber die echte Wilde Weichsel.

Nur ganz kurz:

es ist nicht wahr, dass wir kapituliert haben. Die Banner am Radweg demontierten wir wegen der Stürme der letzten Wochen und wegen der geplanten Arbeiten im Außenbereich. Seit 5 Wochen kamen wir nicht dazu, neue Nachrichten zu posten. Es gab leider wichtigere Herausforderungen.

Wir arbeiten aber weiter.

Fa. Schmitt wieder bei uns. Es ist die Zeit unseren Biergarten zu gestalten.
Unsere Altbalkenexperten Fa. Mr. Timber. Ein Beweis, dass die Iphofener nicht nur Gips, sondern auch Holz verstehen.

Quatsch ist auch, dass wir in unserem Gasthaus ausländisch kochen werden. Wir haben Euch fränkische Biervielfalt versprochen, dazu einen fränkischen Biergarten und Zongzi passt hier nur schlecht.

Hätten wir jedoch schon im März 2022 offen gehabt, hätten wir schon ab 24 Februar zum Schäufele auch den roten ukrainischen Borschtsch serviert.

Und Vodka stammt aus Polen!

Ware aus Holland

Holla…, Entschuldigung – das Königreich der Niederlande hatte immer gute Ware 😊.

Auch am letzten Wochenende haben wir für die Ausstattung der Gästezimmer zahlreiche Gegenstände erworben: antike Fliesen, charmante, alte Leuchten und Kleinmöbel aus der Belle Époque.

Die Niederländer sind noch dazu leidenschaftliche, aber harte Händler. An dem stürmischen Abend in einer Stadt in Gelderland verliefen manche Verhandlungen gewaltig, mit dramatischen Momenten, um am Ende doch ein Consensus zu treffen:

Für eine Wanduhr mussten wir 10 fränkische Biere opfern! Gott sei Dank hatten wir genug Währung dabei und das niederländische Hertog Jan mit verschiedenen Optionen war auch gut trinkbar und den Schaden ersetzt!

+++Eilmeldung vor dem Wochenende+++

An die zwei jungen Gentlemen, die heute, den 4. Feb. 2022, Freitag um 15:30 am Maingelände in Margetshöchheim unseren Bierkasten aus dem Firmenbus leer geräumt haben:

der Einbruch war wahrscheinlich professionell geplant: Ihr habt dichte Covidmasken an, Rücksäcke mit einem ausreichenden Volumen und den Willen ein schönes Wochenende sich leisten zu dürfen – Eure Gesichter kann ich doch gut erkennen.

Ich weiß – 12 oder 13 Jahre alt zu sein ist auch ist ein stolzer Alter, aber Ihr müsst noch ein wenig lernen: das von Euch geklautes Bier ist alkoholfrei.😊

Nix Trübsal blasen!

 „Eine stolz getragene Niederlage ist auch ein Sieg“ – schon vor über 150 Jahren sagte die gute Marie aus Zdislavice; nicht ohne Recht!

Jeder, der die Entstehung der Margetshöchheimer Schenke folgt, weißt, dass uns nicht immer alles gelingt. Manche sind sogar der Meinung, dass wir in unseren Bemühungen zu geduldig, allzu weich oder sogar „zu sehr weiblich“ sind. Vielleicht. Als Langstreckenwanderer schätzen wir aber auch nicht nur das Ziel, sondern auch den Weg. Zu jedem Weg gehören auch Pech und Pannen, die wir auch feiern wollen. Ich hoffe, dass Ihr das genauso seht – unser kleines Plätzchen am Main mit seinem Genius loci bringt uns den Geist weiter machen zu können.

Also Trübsal blasen? Nix – die Rettung für uns war diesmal das sanfte, fast auf eine Frauenart ausgeglichene, Ostseebernsteinfarbige Landbier aus Schederndorf!

Auf der Baustelle: die Mädels und Jungs von unserem Nachbar Michael Hösl aus Margetshöchheim haben die Gästezimmer fast fertig tapeziert. Alle Treppen aus dem Kirchheimer Muschelkalk sind gebaut. Der Alex und der Jochen dürfen stolz darauf sein.

In der Küche kreuzen in allen möglichen Richtungen Tausende Kabel, Leitungen, Rohre, Kanäle, Röhrchen, Mantelleitungen, Leerrohre – ich hoffe, dass die Jungs immer noch den Überblick haben, wo alles hinmuss😊

Vielleicht machen wir alles falsch…

Unsere Gästezimmer sind von der Größe her eh keine Paläste. Jedes Zimmer ist auch aber anders und kriegt trotz alledem eine eigene feine Ausstattung. Bei den Betten –keine Kompromisse: zählt nur der Schlafkomfort. Bei dem restlichen Mobiliar möchten wir ein wenig meistern – Charme in die bequemen Zimmer sollen antike Tische und Schränke bringen. Jedes Bad kriegt zwar rustikales Feinsteinzeug auf den Boden aber in die weißen Wandfliesen wollen wir edle, seht oft noch aus dem 17. Jahrhundert stammende Keramikteile einbauen. Wie hier auf dem Bild unten:

Was Antiquitäten angeht, holen wir uns sehr oft schöne Sachen aus den Niederlanden, wo die Auswahl (und die Preise) etwas angenehmer sind. Um „Ware aus Holland zu holen“ waren wir auch letzte Woche und das muss ich Euch erzählen.

Wir haben uns diesmal eine Unterkunft nur einige Meter von der niederländischen Grenze gefunden. Bilder aus dem Internet waren sehr idyllisch; insbesondere das mit dem sympathischen Esel …

Als wir kamen, war schon richtig dunkel. Sodass es etwas dauerte, bis wir das richtige Haus fanden. Begrüßt hat uns ein wirklich netter Eigentümer in der niederländischen Militärjacke; erzählte kurz über das Haus, dass es immer noch umgebaut ist z. B. Außenwände mit Aluminium isoliert sind und dadurch hat man hier kein Handyempfang… Das kostenlose Fernsehen konnte wahrscheinlich auch aus dem Grund nur statische Bilder aus den schönen Ecken der Erde ausstrahlen. Mit extrem bescheidenen, ausschließlich eigenen Mitteln wurde es zu unserem Schlafzimmer – der Raum war noch vor kurzem ein Ferkelstall, wo die Tiere auch geschlachtet wurden – meine Frau (als Stadtmädchen) konnte nur schlecht schlafen.

Die Toilette war in Ordnung – es fehlte nur die Tür – da hing nur ein wieder bescheidener Vorhang. Bei dem Besuch der Toilette haben wir also laute Musik gespielt. Toilettenpapier war im Preis, alles andere kostete aber Geld, wie z.B. die Mietgebühr für ein Glas (1,25 €). Das mitgebrachte Bier war also nur von der Flasche zu trinken 😉

Die Stille der Nacht brach das morgendliche Krähen und fröhliches Gackern – dann pünktlich um 8 kam das Frühstück – gekochte, nicht gestempelte und eindeutig nicht gewaschene Bio-Eier. Selbstverständlich musste ich wieder das Ei für meine Frau auch essen.

Kaffee für mich war kostenlos, aber der für meine Chefin bestellter Tee war nicht gekommen. Ich habe mich auf die Suche nach einem Tee in unsere Küche gegeben und leider nichts gefunden. Gott sei Dank war die Küche (und auch die Tür zu unserem Zimmer) unter dem Auge der versteckten Kamera. Sodas gleich hat sich eine aufgeregte junge Dame gemeldet, dass ich die Küchenschränke durchgesucht habe…

Im Tageslicht konnten wir auch endlich sehen, wo wir sind. Die Umgebung war flach idyllisch. Das Gästehaus besteht aus dem Urstall, wo wir geschlafen haben Plus einem Anbau im EG (Küche, Frühstücksraum) plus zwei Zimmer im OG. Bei der Konstruktion habe ich an unserem Statiker gedacht: Paul, Du bist manchmal kurz vor dem Kollaps, wenn die Statik unseres Hauses betrifft. Gott sei Dank, Du warst nicht in dem kleinen Hotelchen an der niederländischen Grenze: Du hättest es leider nicht überlebt!

Das kleine Hotel steht, wackelt, hat Luft und bringt Geld. Unsere Unterkunft hat im Internet die besten Noten: der Preis 70 € fürs Zimmer wird als angemessen gesehen. Es wird noch darauf hingewiesen, dass, wenn jemanden der Vorhang zur Toilette nicht passt, gibt es eine Toilette im Hof – wo sind da überhaupt Probleme…?  Vielleicht übertreiben wir mit unserer Sorge, damit alles akkurat gemacht wird…

Bei der Fahrt von unserer Unterkunft zu unseren netten Antiquitätenanlieferer in Arnhem begleitete mich nur ein Gedanke: ein Königreich für eine Toilette! Auf diesem Weg bietet das Königreich Niederlande leider nur flache Wiesen, abgezäumte Straßen und Laub lose, rare und sehr bescheidene Wälder an…

Adressen, wie immer – keine. Bei Bedarf: Frage betreiber😊

Langsam, aber voran

Jetzt wieder mal was Konkretes:

Wir bauen und basteln seit über einem Jahr. Wenn man jeden Tag auf der Baustelle ist, merkt man unsere Vorschritte gar nicht. Wenn wir aber die Bilder vergleichen möchten – hat sich viel getan: vor allem das Haus steht und hat ein Dach, hat alle Fenster und ist entweder mit einem handwerklichen pilsnerfarbigen Putz von der Mainstraße verkleidet, oder, wie im mainseitegen Gebäude, mit einer Douglasienfassade aufgewärmt.

Innen haben alle Räume ihre Wände und werden überall Installationen eingebaut: Elektro, Klima, Wasser und Heizung; nach dem wir einige Brandschutzfallen beseitigt haben – auch Lüftung.

Der Innenputz ist aufgetragen und die oberen Stockwerke haben schon einen reifen Estrich – das bedeutet, dass wir demnächst in oberen Bereichen mit Fliesenarbeiten anfangen dürfen.

Ende Oktober wollten wir unsere Außenanlagen zu gestalten beginnen: Bau einer Lagerscheune an der Mainstraße Richtung nördlicher Nachbar, Ummauerung, Formen der Terrassen und Bepflanzung – wegen Materialmangel hat es sich Richtung Januar nächstes Jahr verschoben. Wir hoffen dabei, dass das Wetter mitspielt.

Oben eine grobe Planung der Außenanlagen: auf der unteren und auf der Ausgabeterrasse ist der knirschende Kies geplant; auf der oberen Terrasse zum Hauptsaal – Naturstein auf Splitt verlegt. Rundrum Mäuerle aus Bruchsteinen, das an die fränkischen Trockenmauern erinnern. Da wir echtes Bier im echten Biergarten anbieten möchten und Margetshöchheim ein Gartendorf am Main ist, bleibt eine Herausforderung unsere Bepflanzung bewusst und reich zu kreieren: eine heilige Biergartenkastanie findet ihren Platz im zentralen Punkt. Wir entscheiden uns wahrscheinlich für die Rotkastanie: sie ist besser für den Klimawandel vorbereitet und leistet mehr Widerstand bei Krankheiten.

Die sonnigste Ecke ist für Wein reserviert, aber bei der Ausgabe findet Ihr goldene Hopfenzapfen…

Und jetzt noch Frage an die Biergartenorthodoxen: dürfen wir auch einen Obstbaum einpflanzen? Einen Kirschbaum zum Beispiel? Die besten Kirschen der Welt kommen doch aus Margetshöchheim, oder?  Die Kirschblüte sollte dann die Biergartensaison eröffnen…

Da ich schon den Klimawandel erwähnt habe, ist es vielleicht die Zeit auch etwas Mediterranes zu haben – was meint Ihr dazu?

Wir waren in Portugal

Eigentlich wollten wir unser Motiv auf den T-Shirts zeigen – ein etwas anderer Margetshöchheimer Drache. Da der Würzburger Marathon, der Residenzlauf und der Gedächtnislauf dieses Jahr nicht stattgefunden haben, blieb uns nichts anderes übrig, als die neuen Trikots im Ausland auszuprobieren. Die Stadt Lissabon organisierte mit allen Corona-Maßnahmen einen Halbmarathon mit dem Start auf der Vasco-da-Gama-Brücke, wo wir auch teilnehmen konnten – Obrigado Lisboa!

Diesmal wollten wir es gescheit machen: Kuskus oder Nudeln, gekochtes und frisches Gemüse ohne Salz (die Sojasoße hat dem Geschmack nicht geholfen) in einer teuren, gesunden Kneipe und nur mageres Bier am Tag vorher. Wir haben übertrieben: aber auch die feuerroten Trikots, die wir anhatten, konnten wenig helfen – Ergebnis: die schlechteste Laufzeit aller Zeiten😉

Nach dem Lauf heulte der Körper nach Kalorien: saftige brasilianische Picanhas, knusprige Piri-Piri-Hähnchen aber auch vegane Pierogies mit Sauerkraut und Waldpilzen im heißen Olivenöl und Zwiebeln in der polnischen Kneipe; und dazu kein Bier (Portugiesen verstehen Bier anders als wir) sondern portugiesischer Wein: egal ob in der Sonne dunkelrot gebrannt, leichter weiß gefärbt oder auch eine sehr erfrischende portugiesische Spezialität: vinho verde...

Portugal lebt ein wenig im Schatten von seinem größeren Nachbar, aber sein Wein soll bitte keine Komplexe haben! Vor allem ist es gelungen eine Industrieweinproduktion wie in Spanien zu vermeiden. Ich hätte nichts gegen die spanischen Weine: sind gut trinkbar und waren immer ein treuer und zuverlässiger Begleiter auf jedem Jakobsweg. Die Douroweine bilden eine getrennte Gruppe im Vergleich zu den lustigen Riojanes, zu den stolzen Bordeaux und raffinierten Primitivos.

Die Ausstattung der durchschnittlichen Lokale ist eher unkompliziert – ein Grill, ein Paar Kühlschränke in einer winzigen Küche…  So funktioniert es auch in unserem Lieblings-Ende-der-Welt in Sagres, weit von der Hauptstraße, die hinter dem Schilf verstecktes Adega mit den besten gegrillten Robalos und Douradas auf dem Kontinent.

Und jetzt zu den Pierogies: es scheint mir ein universeller Vorschlag für ein veganes/vegetarisches Gericht zu sein, was auch die toleranten Fleischesser akzeptieren können. Die Füllung kann man beliebig gestalten. Pierogies im polnischen Lokal in Portugal wurden auch selbstverständlich nicht orthodox polnisch zubereitet: selbst deshalb, dass der Wirt Jacek eher ein Künstler ist, die Köchin aus der Ukraine kommt und der Kellner ein Brasilianer ist; und die Gäste – keine Touristen, sondern (erstaunlicherweise) Portugiesen. Jeder hat den Einfluss, wie die ursprünglich mongolischen Pierogies schmecken sollen.

Ich liebe Europa als Treffpunkt der Ideen😊

Wo der Westen den Osten ruft

Ein Umbau sorgt für Überraschungen. „Hätte ich alles abgerissen und neu gebaut, hätte ich viel gespart“– sagt jeder, der umgebaut hat. Na ja, es ist halt so – wenn man mindestens ein wenig von der Seele der alten Bausubstanz erhalten will, muss man auf verschiedene Fallen vorbereitet sein: da passt es nicht, was machen wir jetzt? wohin damit? zu wenig Platz! da hält`s nicht gescheit! Brandschutz? kein Brandschutz? – hunderte Fragen, die jetzt beantwortet werden müssen; und wenn alle verschwinden und keiner die Fragen beantwortete, bleiben der Installatuer Frank  (links auf dem Bild)  der Elektriker Dirk und der Trockenbauer Tadek (hinter der Kamera), die das Unmögliche möglich machen müssen.

Wir sprechen alle mit Akzent – der Frank kommt nicht aus Franken, sondern aus Sachsen-Anhalt, der Dirk – aus Thüringen und der Trockenbauer aus Ostpolen – also im Westen nichts Neues – der Osten baut den Westen und der Erfolg findet bestimmt einen westlichen Vater und die Niederlage ihre Eltern aus dem Osten😊

Zwischen den blöden Witzen, die unsere Vorurteile betreffen, kommen wir „schrittweise“ näher an unser Ziel – kühles, frisch gezapftes Bier am Main.

Solange aber unser Biergartenbetrieb noch nicht tätig ist, geht bitte in die Fränkische Schweiz wandern, wo die Biertradition noch nicht verloren wurde – taucht in die Idylle zwischen den hängenden Felsen, entlang der faulen Flüsse und geht in Euch in einem der Biergärten!

Wenn es einen Himmel gibt, sieht es bestimmt wie ein Biergarten aus.

Baustellenzauberer

Der Herr Gott als der größte Schöpfer darf auch manchmal keinen Bock mehr auf Arbeit haben. Damit er aber sein Bierchen in seiner himmlischen Wirtschaft in aller Ruhe genießen kann und doch alles im Griff hat, rief er gleich nach der Schöpfung Eva und Adam Bauhandwerker ins Leben. Unsere Elektriker behaupten, sie gäbe es schon vor den bekannten Worten „Sei Licht“ – sie sollten schon vorher Kabel gezogen haben…

Fakt ist, dass der Herr Gott sein Sohn ein Zimmerer war und das Göttliche sieht man bei jeder Handwerkerhandlung – man muss nur genau zuschauen…😊

Im Fenster kreiert Meister Erich mit seinem Pinsel unsere Giebelwand mit Farbe eines spritzigen, leichten Sommerpils. Die dynamische Putzstruktur zeigt den individuellen Charakter jeder handwerklichen Hand.

Bild vom Wirt:

Im Bild unten zauberte Meister Simon aus den Baustellenblumen einen Strauß aus. Falls Jemand bis jetzt dachte: „Handwerker sind grobe Kerle“ muss jetzt sofort seine Meinung ändern: im Inneren sind sie sensible Seelen.

Bild: Simon Böhmer

Und noch etwas: Ende dieser Woche haben wir zwei Gründe zum Feiern und das taten wir auch ordentlich.

Details kommen nächste Woche.

Bild unten: Tina Göpfert

Frühling, Frühling, Frühling…

und der Mai sieht bei uns so aus, dass man das Leben wieder genießen will – der Kälte, dem Regen und der Pandemie zum Trotz:

Dächer unserer Schenke können jetzt endlich gemeinsam mit anderen margetshöchheimer Dächer im Regen und Wind musizieren.

Im Gebäude vor der Mainstraßenseite haben wir übrigens Original-Dachziegeln verwendet – ist es zu sehen?

und noch was Wichtiges: unsere Fenster dank Fa. Scheuring aus Arnstein wurden eingebaut.

Zwar ist Polen der größte Fensterbauer Europas, aber Franken können auch gute Fenster bauen 🙂

Dazu kriegt Ihr diese Woche mehr Bilder und skeptische Kommentare als Bonus …

😊

Der Autor (bzw. Autoren) hat sich ein „Dankeschön“ verdient.

Marokkaner (Marogganer) Pappeln am Main:

Frühlingshaftes Stillleben auf der Baustelle

Ich weiß, wer für die mittlere Flasche zuständig ist…

Zum Jahrestag

11 Februar 2015, also heute vor 6 Jahren: erste Begegnung mit dem Objekt Mainstraße 20 in Margetshöchheim, wo wir jetzt endlich unsere Schenke bauen (dürfen).

Die Zeit war wie ein Roman mit verletzten Helden, mit Stolz und Vorurteil, mit dramatischen Ereignissen im Gartendorf am Main… Vielleicht schreibt doch Jemand diesen Roman😊

Andererseits – wer liest noch heute Bücher…?

Eins muss man uns zugeben: wir sind stur und dank Eurer Unterstützung schaffen wir es! Oder?

Besseres, gesundes Neues Jahr 2021!

Ich schulde noch eine Vorstellung – das habe ich vor ein paar Wochen versprochen. Wie ein sehr guter Freund von mir sagen würde: „Pacta sunt servanda“.

Ich habe eine schlechte Nachricht: Der künftige Wirt ist kein gebürtiger Franke und heißt Tadeusz Sienkiewicz. Freunde nennen mich entweder „Tadek“ oder „Thadeus“. Ich habe aber auch eine gute Nachricht: ich beabsichtige, den klassischen fränkischen Gastwirt an Freundlichkeit und Höflichkeit noch zu überbieten.😊

 Alle Sienkiewiczs kommen aus der Ecke zwischen Polen, Litauen und Weißrussland und unterhalten schon seit Jahrhunderten Beziehungen zu Deutschland.😊

Nach dem Abitur im weißrussischen Gymnasium in Polen, studierte ich Journalismus an der Warschauer Uni. Im Herbst 1988 kam ich als junger Student nach Würzburg, um bei der Weinlese beim Bürgerspital zu arbeiten. Die erste Nacht verbrachte ich unter der Löwenbrücke, aber dann nahm mich eine kinderreiche Margetshöchheimer Familie auf. Diese Familie wurde langsam zu unserer Familie, sodass sich meine Kinder wunderten, dass wir gar nicht verwandt sind…

Nach der Wende in Polen eröffneten meine Frau Ewa und ich einige Läden mit Keramik, Geschenkartikeln und Kunstgegenständen in Stettin und Westpommern. So gegen 2005 tauchte aber schon die Idee auf, ein Lokal mit fränkischem Wein und Bier in Stettin zu eröffnen. Alles war auf einem guten Weg, aber meine Frau überredete mich, nach Würzburg zu ziehen, statt irgendwelche Pseudotätigkeiten in Polen zu entfalten.

Ich war eher skeptisch, aber Frauen treffen meistens gute Entscheidungen. Vorsichtshalber studierte ich vor der Auswanderung noch Germanistik. Dank der erwähnten Margetshöchheimer Familie bin ich seit 2009 wieder in Franken. Ich fahre meistens durch die Gegend mit einem durch Fliesenkleber beschmierten T-Shirt und  Arbeitshose mit diskreten Löcher an den Knien; ich habe eine kleine Firma für Fliesenverlegen und Raumausstattung. Als Zivilist mit anständigem Hemd werde ich meistens nicht erkannt.

Seit 2015 sind wir mit dem Projekt „Gasthaus für Margetshöchheim“ beschäftigt. Es ist nicht einfach. Schon deshalb, weil für die echten Margetshöchheimer nur derjenige als genauso echter Margetshöchheimer zählt, dessen Familie im Gartendorf am Main mindestens seit Geltung des deutschen Reinheitsgebots lebt. Da wir aber eine Mission haben ein Wirtshaus für (ganz – und der Welt drumherum…) Margetshöchheim zu bauen und höhere Kräfte hinter uns stehen, werden wir nicht aufgeben.

Und keine Angst: Dafür, dass die Kruste am Schäufele passt, wird ein reinblütiger „frängischer“ Koch sorgen!

Frohes Fest!

Liebe Freunde,

vor dem Heiligen Abend 2020 wünschen wir Euch eine besinnliche und gesunde Weihnachtszeit. Herzlichen Dank für Eure Unterstützung!

Dasselbe wünschen wir auch denjenigen, die noch nicht zu unseren Freunden zählen. Da wir aber Euch haben, müssen wir uns einen neuen, ganz fremden, bestimmt viel schlimmeren Gegner nicht suchen😊

Danke für Eure Kritik und Euren Input!

Ich hoffe, wir treffen uns bald alle in unserer Schenke.

Frohes Fest!

Novembergedankenspiele

In dem Novemberdunkel, wenn im Kopf noch die Pestilenz knirscht, will man in die Zeiten reisen, wo die Welt noch einigermaßen in Ordnung war:

Im Kaukasus…


Zwischen dem Ararat und dem Prometheusberg im Norden erstreckt sich die älteste Weinkulturlandschaft der Erde. Dort findet man immer noch bei uns unbekannte Wege zum Wandern und versteckte kleine Orte mit kulinarischen Köstlichkeiten, um sie einfach nur zu genießen. Da kann endlich der Gaumen das Sonnengebrannte in den Tomaten erkennen und der Koriander sorgt für Herzklopfen im Hintergrund…


Dazu vom Schicksal und Geschichte gezeichnete Menschen mit ihrer ehrlichen, echten und spontanen Gastlichkeit.

Und diese atemberaubende Landschaften – manchmal doch einige Tage lang ohne Gasthaus – nur das eigene Zelt bietet Unterkunft.

Wenn dieses virale Elend mal endlich vorbei sein wird, holen wir Euch – hier im künftigen Wirtshaus – für ein paar Tage den Kaukasus nach „Marokko“.

Dann trifft unser Schäufele auf Chinkali. Zu den beiden passt fränkisches Bier absolut gut.

Bilder: von unserm Web-Admin und immer noch den besten Grillmeister zwischen dem Main und Alasani – Raoul

Weinberge

Endlich erreichen unsere Weinberge der anderen Mainseite ihre Zielabtönung: sie schlagen durch die kahlen Novemberpappeln und schmücken schon fast weihnachtlich die grünen Tannen: Bernstein und Gold – perfekte Bierfarben

😉

Auf der Baustelle wird unser Gasthaus mit jedem Tag grösser.
Es scheint auch zu sein, dass Jemand unsere Arbeit gelobt hat. Auch diese Art der Kommunikation schätzen wir. Danke übrigens für Eure Mails und Telefonate. Eure Unterstützung ist uns absolut wichtig!

der goldene Oktober

In den Weinbergen wehrt sich noch tapfer der goldene Oktober. Im Wald da oben lauert schon der böse November und will am Donnerstag loslegen.Der letzte schöne Tag des Jahres…Auf unserer Baustelle aber keine Gnade: diese Woche wollen die Jungs mit dem Mauern richtig anfangen.Der Wirt hat sich aber heimlich in den dunklen, tiefen Spessart zurückgezogen, um Steinpilze für den Sauerkrauttopf zu holen😁