Besseres, gesundes Neues Jahr 2021!

Ich schulde noch eine Vorstellung – das habe ich vor ein paar Wochen versprochen. Wie ein sehr guter Freund von mir sagen würde: „Pacta sunt servanda“.

Ich habe eine schlechte Nachricht: Der künftige Wirt ist kein gebürtiger Franke und heißt Tadeusz Sienkiewicz. Freunde nennen mich entweder „Tadek“ oder „Thadeus“. Ich habe aber auch eine gute Nachricht: ich beabsichtige, den klassischen fränkischen Gastwirt an Freundlichkeit und Höflichkeit noch zu überbieten.😊

 Alle Sienkiewiczs kommen aus der Ecke zwischen Polen, Litauen und Weißrussland und unterhalten schon seit Jahrhunderten Beziehungen zu Deutschland.😊

Nach dem Abitur im weißrussischen Gymnasium in Polen, studierte ich Journalismus an der Warschauer Uni. Im Herbst 1988 kam ich als junger Student nach Würzburg, um bei der Weinlese beim Bürgerspital zu arbeiten. Die erste Nacht verbrachte ich unter der Löwenbrücke, aber dann nahm mich eine kinderreiche Margetshöchheimer Familie auf. Diese Familie wurde langsam zu unserer Familie, sodass sich meine Kinder wunderten, dass wir gar nicht verwandt sind…

Nach der Wende in Polen eröffneten meine Frau Ewa und ich einige Läden mit Keramik, Geschenkartikeln und Kunstgegenständen in Stettin und Westpommern. So gegen 2005 tauchte aber schon die Idee auf, ein Lokal mit fränkischem Wein und Bier in Stettin zu eröffnen. Alles war auf einem guten Weg, aber meine Frau überredete mich, nach Würzburg zu ziehen, statt irgendwelche Pseudotätigkeiten in Polen zu entfalten.

Ich war eher skeptisch, aber Frauen treffen meistens gute Entscheidungen. Vorsichtshalber studierte ich vor der Auswanderung noch Germanistik. Dank der erwähnten Margetshöchheimer Familie bin ich seit 2009 wieder in Franken. Ich fahre meistens durch die Gegend mit einem durch Fliesenkleber beschmierten T-Shirt und  Arbeitshose mit diskreten Löcher an den Knien; ich habe eine kleine Firma für Fliesenverlegen und Raumausstattung. Als Zivilist mit anständigem Hemd werde ich meistens nicht erkannt.

Seit 2015 sind wir mit dem Projekt „Gasthaus für Margetshöchheim“ beschäftigt. Es ist nicht einfach. Schon deshalb, weil für die echten Margetshöchheimer nur derjenige als genauso echter Margetshöchheimer zählt, dessen Familie im Gartendorf am Main mindestens seit Geltung des deutschen Reinheitsgebots lebt. Da wir aber eine Mission haben ein Wirtshaus für (ganz – und der Welt drumherum…) Margetshöchheim zu bauen und höhere Kräfte hinter uns stehen, werden wir nicht aufgeben.

Und keine Angst: Dafür, dass die Kruste am Schäufele passt, wird ein reinblütiger „frängischer“ Koch sorgen!

Foto von: Rolf Steigemann

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